Toleranz in der Sikhi

In dem Beitrag thematisiert Khushwant Singh, wie Toleranz in der Sikhi verortet wird. Der Sikhi liegt eine einheitsstiftende und zugleich die Pluralität wahrende spirituelle Lebensweise zugrunde. Ausgehend von den überlieferten Weisheiten der Sikhi, genannt Gurmat, verkörpert das Göttliche die höchste Form der Toleranz. Denn das Göttliche stellt bedingungslos alles für die Lebewesen bereit, unabhängig davon, ob sich diese gut oder schlecht verhalten. Sikhs leiten aus dieser konditionslosen Liebe ein tugendhaftes Leben ab, das von einer verantworteten Toleranz jenseits eines indifferenten Kultur- bzw. Religionsrelativismus geprägt ist. Diese Form der Toleranz stellt Harmonie und Menschlichkeit ins Zentrum. Gleichwohl wendet sie sich gegen verantwortungslose Haltungen, die zu Intoleranz, Leid, Diskriminierung, Krieg, Umweltzerstörung oder Zwangsmissionierung führen. Wenn die Schöpfung selbst die höchste Form der verantwortungsvollen und eben nicht indifferenten Toleranz darstellt, dann liegt es dieser Einsicht nach an den Menschen, es der Quelle aller Tugenden gleich zu tun und die Welt dadurch toleranter, friedlicher und lebenswerter zu gestalten. Credits: Pixabay

Gott ist Toleranz

Das Schöpferwesen, möge man es Gott, Jahweh, Allah, Ram oder Wahe Guru nennen, verkörpert Toleranz par excellence. Dies ist eine Quintessenz der Sikh-Religion. Um das Thema Toleranz im lateinischen Sinne von tolerare, also (nachsichtiges) Erdulden angemessen aus der Perspektive der Sikh-Religion einordnen zu können, ist es notwendig, ihre Einsichten sowie wichtige historische Entwicklungen zu verstehen.

Einführung in die Sikhi

Die Sikh-Religion – im Original Sikhi genannt – zählt heute über 20 Millionen Anhänger und kann als fünftgrößte Weltreligion angesehen werden. Männliche Sikhs erkennt man leicht an einem wallenden Bart und einem kunstvoll gebundenen Turban. Sie tragen den gemeinsamen Nachnamen Singh (Löwe) und Frauen den Nachnamen Kaur (Prinzessin). Die Religion ist im Panjab, im heutigen Nord-Indien entstanden. Sie geht maßgeblich auf den 1469 geborenen Gur Nanak, seine neun direkten Nachfolger sowie weitere Weise (Bhagat) zurück. Die zehn direkt aufeinanderfolgenden Erleuchteten, die sich selbst als Diener sehen, durch die die Weisheit des Schöpferwesens spricht, werden von Sikhs zumeist als Guru (Erleuchter) angeredet. Das Wort Guru steht im eigentlichen Sinne in den Offenbarungen allein für das Göttliche, welches niemals eine Inkarnation annimmt. Die Erleuchteten, die im Deutschen auch als die Weisen, Frommen oder Erwachten bezeichnet werden können, fassten ihre und die Einsichten von über zwei Dutzend weiteren Weisen in dem Werk Guru Granth Sahib (GGS) zusammen. [1] Sie stehen für eine weisheitsorientierte spirituelle Tradition, bei der das Verhältnis zwischen Schüler (Sikh) und Weisheit (Gur) in mündlicher sowie schriftlicher Überlieferung eine herausragende Bedeutung erhält.

Der Guru Granth Sahib – Sinnbild für Toleranz

Bereits der Aufbau des Guru Granth Sahib, der als poetische Anthologie zu Lebzeiten der Erleuchteten in einer ersten Version 1604 vom fünften Gur Arjan fertiggestellt wurde, hat zahlreiche Bezüge zum Thema Toleranz. Das Werk beruht auf der Schriftsprache Gurmukhi. Sie geht auf Dialekte aus Alt-Panjabi und Alt-Hindi zurück. Es finden sich auch Lehnwörter aus dem Persischen und dem Sanskrit. Die Erleuchteten verzichteten auf das unter Hindus heilig angesehene Sanskrit. Sie betonen damit, dass alle Sprachen und Schriften einen gleichwertigen Rang genießen. Die Inhalte des Werkes vereinen in den Originalkompositionen Weisheiten und Lobpreisungen mit hoher dichterischer und musikalischer Kunst. Die musikalische Einbettung der Verse ermöglicht eine hingebungsvolle Rezitation und ebnet einen intuitiven Zugang. [2]

Der Guru Granth Sahib enthält nicht nur Schriften der Erleuchteten, sondern auch anderer Weiser, wie der Bhatt und Bhagat. Bei Letzteren handelt es sich um Weise, die üblicherweise unter dem Begriff der Frömmigkeitsbewegungen zusammengefasst werden, darunter Kabir und Sheikh Farid. Sie entstammten aus hinduistischen und muslimischen Elternhäusern und gehörten mitunter den niedrigsten indischen Kasten an. Durch die Inkludierung ihrer Einsichten sprengten die Erleuchteten die Begrenzung von Religion und sozialer Herkunft. Dies war für die etablierten religiösen und weltlichen Machthaber ein bisweilen unerhörter Akt, der die bestehende gesellschaftliche Ordnung hinterfragte.

Vom Dogma zur zeitlosen spirituellen Weisheit

Es ist angemessener von Sikhi als von Sikh-Religion zu sprechen. Denn den Erleuchteten war es ein entscheidendes Anliegen, die Menschen zu den Ursprüngen einer religionsübergreifenden, spirituell verankerten Lebensweise zu führen. Dies gelingt ihrer Einsicht nach durch eine Dekonstruktion abgrenzender dogmatischer und ritualisierter Prägungen und Formen der Religionsausübung sowie konkurrierender Glaubensvorstellungen. [3]

Die Einheit und Verwobenheit der Schöpfung wird im Guru Granth Sahib als grundlegend erachtet. Das als unermesslich tugendhaft wahrgenommene Mysterium Schöpferwesen, welches gleichzeitig in und außerhalb der Schöpfung weilt, liebt nach dieser Vorstellung alles Hervorgebrachte ohne Bedingungen. [4] Es sorgt durch Naturprinzipien wie etwa die Schwerkraft dafür, dass alles Existierende inmitten einer scheinbaren Unordnung in geordneten Bahnen verläuft. Durch Evolution eröffnet es Räume für Entwicklung und unterwirft letztlich dennoch alles der Vergänglichkeit, da der tiefere Sinn des Lebens in der mystischen Selbstkenntnis liegt und eben nicht in der materiellen Welt. [5]

Die Inhalte des Guru Granth Sahib zeugen von einer intensiven Beschäftigung mit den unterschiedlichsten religiösen Traditionen. Unter anderem finden sich Bezüge zu Überlieferungen, die zumeist dem Brahmanismus (Veden, Bhagavadgita), Vaisnavismus, Saivismus, Yoga, Siddhismus, Sufismus und Islam zugeordnet werden. Der Guru Granth Sahib ist somit ein bedeutendes Werk interreligiöser Spiritualität. [6] Die Vorstellungen der verschiedenen Traditionen werden aber immer im Lichte des satguru (um)interpretiert. Damit sind entpersonalisierte Weisheiten gemeint, die zu jeder Zeit und an jedem Ort eine spirituelle Wirkung entfalten können. [7]

Um dem zeitlosen Prinzip gerecht zu werden, finden sich im Guru Granth Sahib vor allem Lobpreisungen der schöpferischen Wunder sowie metaphorisch verkleidete Weisheiten. Historische Abhandlungen, abstrakte philosophische Erläuterungen, Spekulationen über die Entstehung des Seins oder der Zukunft der Menschheit sucht man vergebens. Die Erleuchteten sind der Auffassung, dass niemand, auch keine religiöse Schrift, in der Lage ist, die Wunder der Schöpfung angemessen zu erklären. [8] Auch finden sich keine Regeln oder Verbote. Die Einbeziehung solcher Inhalte hätte der Maxime der zeitlosen Weisheit nicht standgehalten. Denn Verbote oder Theorien, die heute sinnvoll erscheinen, können morgen überholt sein bzw. zu Dogmen werden. Zudem führen gerade rivalisierende Glaubensbekenntnisse, Vorstellungen über das Jenseits sowie Schöpfungstheorien zu Demarkationserscheinungen und auch zu Konflikten. Die den Erleuchteten offenbarten Einsichten enthalten daher Weisheiten, die vereinend und nicht trennend wirken.

Einsicht statt Abgrenzung

Ein wiederkehrendes Element bei den Erleuchteten ist, dass sie bei all ihren Begegnungen das Wahrhafte in allen Religionen gesucht haben – und zwar jenseits gelehriger Zuschreibungen, historischer Verortung oder religiöser und politischer Erwartungen. In ihren Versen berichten sie von zahllosen Begegnungen mit unterschiedlichsten Religionsvertretern. [9] Dabei wird ersichtlich, dass die Erleuchteten immer bestrebt sind, dass anzunehmen, was dem Prinzip der Weisheit entspricht, und das hinter sich zu lassen, was ihnen keine innere Erkenntnis und Befreiung von Leid bringt. Entsprechend scheuten sie sich nicht, für sie atavistisch erscheinende Vorstellungen ihrer Vorfahren oder zeitgenössischer Gruppen zu hinterfragen. Der fünfte Erleuchtete betont, dass er wie die anderen Diener keiner der bestehenden Religion angehöre, sondern ein treuer Diener des Schöpferwesens sei. Daher würden sie weder hinduistische Rituale pflegen und Wallfahrtsorte besuchen noch muslimische Gebete sprechen oder nach Mekka pilgern. [10]

Es geht den Erleuchteten bei solchen Darlegungen in keiner Weise darum, Muslime, Hindus oder Yogis per se zu kritisieren. Vielmehr werden diese Gruppen genannt, weil sie exemplarisch für alle Menschen stehen, die nach Erkenntnis streben. Für die Erleuchteten stehen hierbei die Weisheiten im Vordergrund, die es vermögen, alle Suchenden zu vereinen und ihre Tugenden zu mehren. [11] Sinnbildlich bedienen sich die Erleuchteten des Topos der Lotosblüte, die trotz des Schlamms in sich ruht und voller Schönheit erstrahlt. Spirituelle Menschen eifern ihr nach, indem sie das Weltliche und Trennende, was sie von ihrer inneren Bestimmung fernhält, mit Ruhe und Toleranz begegnen und dennoch innerlich nach Reinheit inmitten von Unreinheit streben. [12]

Der spirituelle Weg wird allerdings als steinig beschrieben. Gur Nanak schreibt, dass es schwierig ist, ein Muslim – gemeint ist ein spiritueller Mensch – zu werden. Denn nur diejenigen, die die Tugenden des Schöpferwesens, darunter Toleranz und Gnade, sowie die göttliche Allmacht, den hukam verinnerlichen (nam), dürften sich wahrhafte Muslime nennen. [13]

Der Schleier der Unkenntnis und die Entstehung von Egoismus

Gemäß den Einsichten der Erleuchteten werden nur wenige Menschen in diesem Leben innere Erkenntnis erlangen. [14] Der Grund liegt für sie darin, dass sich die Menschen allen voran mit dem identifizieren, was sie mit den fünf äußeren Sinnen wahrnehmen können. Im Ergebnis bleibt der Mensch materiell verhaftet und ist nicht in der Lage, die Welt mit dem inneren verborgenen Körper, der wie ein Tropfen die Tiefgründigkeit der ozeanischen Quelle in sich trägt, wahrzunehmen. [15] Folglich leben Menschen mit der Illusion, sie seien eigene, rein körperliche und emotionale Entitäten, ähnlich sehr gut funktionierender Roboter. Es entsteht haumai, Egoismus. Dieser bringt alle Haltungen hervor, die zu Leid führen.

Gleichwohl ist das Entstehen des Ichgefühls eine gewollte Notwendigkeit, denn ohne dessen Existenz wäre es nicht möglich, es zu überwinden und Einheit zu erfahren. [16] Neben Egoismus zählt der Guru Granth Sahib vor allem vier Haltungen zu den „Fünf Dieben”, die zu Disharmonie führen: Begierde, Wut, Gier und emotionale Verhaftung. [17]

Die Fünf Diebe stehen immer in Verbindung mit mangelnder Weisheit. Dort wo Weisheit weilt, entsteht Offenheit und Liebe. Da dies aber gemäß den Erleuchteten selten der Fall ist, sind die Fünf Diebe mächtige Begleiter. Sie verhindern, dass der Mensch die Einheit allen Seins erkennt. Für die Überwindung des Schleiers der materiell verursachten Unkenntnis (maya) ist das Bemühen des Menschen um eine unabhängige und spirituelle Lebensführung eine notwendige Voraussetzung. [18] Jedoch ist Gnade für die Erleuchteten die hinreichende Bedingung hierfür. Der seltene innere Akt der Gnade, den niemand aus alleiniger Anstrengung heraus für sich noch für andere heraufbeschwören kann, bezieht sich auf spirituelle Weisheit. Bekommt ein Mensch die Gelegenheit, auf diese innewohnende Urquelle zurückgreifen, entsteht Erkenntnis. Die Bindung an das Materielle und der Kreislauf von Geburt und Tod sind dann beendet und Unsterblichkeit (amrit) erreicht. [19]

Dualität und Einheit

Laut den Erleuchteten bleibt das Wesen der ewigen Einheit solange ein Paradox, bis der Mensch einem dualistischen Denken (dubida) verhaftet bleibt.[20] Nur erwachte Menschen, die nach der Überwindung des Egos zu höchster Erkenntnis gelangt sind (param gat), erleben die anhaltende Freude der Einheit. [21] Für sie ist es kein Widerspruch, dass die Quelle allen Seins als pluralistische mystische Einheit erfahren wird, die alle nur erdenklichen Tugenden vereint und dennoch Leid zulässt. Nach dieser Vorstellung vereint das namen- und geschlechtslose Schöpferwesen, welches oft einfach als der oder die Eine oder als Geliebter bezeichnet wird, alle scheinbaren Gegensätze sowie Formen der Veränderung — von schöpferischen bis hin zu zerstörerischen Akten. Denn durch gewollte, scheinbare Gegensätze wie Einheit und Vielfalt, männlich und weiblich oder Freude und Leid erhält das Leben einen tieferen Sinn. [22]

In der Konsequenz gibt es in der Sikhi weder inhärente Sünden noch Lebewesen oder Orte, die als höherwertig anzusehen sind. Gegensätze wie Gutes und Schlechtes oder Krieg und Frieden sind relativ aufzufassende Bewertungen und Phänomene. [23] Der heroische Akt ist ebenso einzuordnen in die Allmacht des Göttlichen wie der niederträchtige Mord an Unschuldigen. Demnach hat auch das nicht Erkennen der Allmacht seinen Sinn. Ein Mensch, der nur das Materielle für wahr erachtet und gar rücksichtslos intolerant lebt, verkennt sein inneres Wesen – gleichwohl handelt auch dieser Mensch im Rahmen der schöpferischen Allmacht und ist dem Prinzip von Ursache und Wirkung unterworfen. [24] Das Schöpferwesen, das wie ein Puppenspieler alle Fäden locker in der Hand hält, [25] wirkt also durch seine Schöpfung und den Menschen in den Lauf der Zeit und nicht durch ahistorische, alleinstehende Akte. [26]

Grenzen religiöser Toleranz – Beschneidung und heilige Schnur

Die Verse des Guru Granth Sahib erinnern daran, sich primär mit Selbstkenntnis anstatt mit Angelegenheiten anderer Menschen zu befassen. [27] Sikhs sind demnach idealerweise tolerant gegenüber anderen Lebensentwürfen. Gleichwohl stehen die Erleuchteten einem indifferenten Kultur- bzw. Religionsrelativismus kritisch gegenüber. Für sie spielt religionsübergreifende Hinterfragung eine wichtige Rolle, vor allem dann, wenn Grenzen der Menschlichkeit oder Wahrhaftigkeit überschritten werden. Die Erleuchteten und Heiligen kritisieren die Diskriminierung von vermeintlich Niederkastigen sowie Frauen, Praktiken wie Witwenverbrennung sowie die Verbreitung und Erhaltung der Religion mit subtilen Abhängigkeitsmechanismen oder gewalttätigen Mitteln sowie ritualisierte und kapitalisierte Formen der Religionsausübung. [28] Die Toleranz der Erleuchteten wird vor allem dann erreicht, wenn ein vermeintlich religiöses Verhalten nicht dem Prinzip der Weisheit standhält.

Für den einflussreichsten aller Weisen, Kabir, ist die Grenze religiöser Toleranz bei der Beschneidung erreicht. Er schreibt, dass das Schöpferwesen bereits alle Männer ohne Vorhaut auf die Welt hätte kommen lassen, wäre es denn eine Notwendigkeit gewesen. Kabir fragt rhetorisch weiter, ob denn die Frauen, die traditionsgemäß unbeschnitten bleiben, ihr Leben lang nun als Nicht-Muslime leben müssten. [29]

In der populären Ballade Asa Ki Var, die in vielen Schulstätten der Sikhs, den heutigen Gurdwara, in Begleitung von Instrumenten rezitiert wird, lehnt sich Gur Nanak wohl an eine persönliche Jugenderfahrung an. In den überlieferten Hagiografien, die von legendenhaften Übertreibungen leben, heißt es, der Erleuchtete verweigerte als Jugendlicher öffentlich, die heilige Schnur zu tragen, die als hinduistisches Initiationsritual Hochkastiger gilt. Er empörte damit nicht nur seine Familie und die Dorfbewohner, sondern auch die religiöse Elite. Gur Nanak fordert in seinen Schriften die brahmanischen Priester auf, ihm wenn überhaupt nur eine Schnur umzuhängen, die Barmherzigkeit, Zufriedenheit und Wahrheit fördert, die weder reißt noch schmutzig wird und nicht verbrannt werden kann. [30]

In ähnlicher Weise wird immer wieder Bezug genommen zu Praktiken, die für die Erleuchteten keinen spirituellen Bezug aufweisen, also vornehmlich körperlicher, ritueller oder intellektueller Natur sind oder ihnen gar heuchlerisch erscheinen. [31] So mag ein Priester religiös und weltlich ungebildet und wenig fromm sein. Dennoch wird er aus Sicht der Frommen zu Unrecht als Mittler zwischen Mensch und Heiligkeit angesehen und kann laut den Normvorstellungen des altindischen Werkes „Manusmrti” bei Gesetzesbruch sogar mit einer milderen Strafe rechnen. An anderer Stelle wird kritisiert, dass noch so viele Meditations- und Yogaformen, Rituale, Rezitationen, Bäder an religiösen Stätten oder Pilgerreisen nicht die innere Unreinheit und Unkenntnis des Menschen zu beseitigen vermögen. [32] Es scheint die Grundhaltung durch, dass die nachhaltigen Wirkungen menschlicher Gedanken und Handlungen zählen und weder temporäre und erlernbare Techniken noch die Selbstwahrnehmung, ein Titel oder religiöse und soziale Kategorien. Die Erleuchteten selbst bitten das allwissende Göttliche einzig um ein Leben, welches durch die Gnade der Erkenntnis seinen wahrhaften Zweck erfüllt.

Grenzen weltlicher Toleranz – Doppelte Differenz

In der Sikhi spielt eine weitere Dimension von Toleranz eine Rolle: die Weltliche. Die Erleuchteten und Heiligen identifizieren sich nicht mit vergänglichen Herrschaftsformen durch Menschen über andere. Kein König, keine Dynastie, keine Institution und kein Politiker erhält ihre ungeteilte Zustimmung. Sie erkennen nur das Mysterium des Göttlichen als Herrscher über alles Existierende an. [33] Die Erleuchteten mahnen alle Führer, seien sie religiös, militärisch, politisch oder wirtschaftlich legitimiert, dass sie Leid mehren werden, wann immer sie sich von egoistischer Selbstüberschätzung und kurzfristig profitorientierten weltlichen Motiven leiten lassen und das Gemeinwohl vergessen. Vor allem die Gier nach Reichtum und weltlicher Herrschaft sei der Grund für Hass und Kriege, so ein Vers, der dem zehnten und letzten Erleuchteten Gur Gobind Singh zugeschrieben wird. [34] Rücksichtslos egoistisches Handeln und Regieren führt demnach immer zu Akkumulation: sei es von Bürgern, Religionsanhängern, Besitztümern, Aktien oder institutionalisierter (religiöser) Macht. Folglich bringen allen voran Menschen in machtvollen Positionen Leid über sich und andere Menschen. [35]

Egoismus als Keim des Übels

Der Egoismus wird auch hier als Keim des Übels angesehen. Er lässt Wut und Unaufrichtigkeit, aber auch Erwartungen entstehen, die zwangsläufig enttäuscht werden. Dies wiederum kann in Rache und Feindschaft münden. Feindschaft ruft in der Folge Gegenreaktionen hervor. So setzt sich eine Spirale der Intoleranz in Gang, die letztlich immer psychische und physische Formen des Leidens hervorruft. [36] Auch heute zeigen Vertreibung, Vergewaltigung, Kriege, Selbstmordattentate, Anschläge sowie Wirtschafts- und Finanzkrisen und geschickt inszenierte Medienpropaganda zu welchen Katastrophen der individuelle und kollektive Egoismus führen kann. Dabei spielen Konflikte entlang von Menschen geschaffenen nationalstaatlichen, wirtschaftlichen und religiösen Grenzlinien eine entscheidende Rolle.

Um mit Martin Fuchs zu sprechen, fordern die Erleuchteten zur Überwindung solcher Entwicklungen ein Recht auf „Differenz im doppelten Sinne”. [37] Einerseits räumen sie jedem Menschen ein, anders zu denken und zu handeln, andererseits sehen sie es als Grundrecht an, dass jeder Mensch, ungeachtet seiner Herkunft oder Religion, die gleichen souveränen Freiheitsrechte genießt und gegen die Beseitigung von diskriminierenden und entwürdigenden Differenzen vorgehen kann. Sie betonen hierbei, dass sie bei all ihren Bemühungen keineswegs nach weltlicher Herrschaft streben. [38] Sondern sie beschränken sich auf innere Entwicklung gepaart mit dem Bemühen, mehr Toleranz und Gerechtigkeit auf der Welt herbeizuführen.

Intoleranz gegen Sikhs

Heute werden vor allem männliche Sikhs mit Diskriminierung aufgrund ihres Erscheinungsbildes konfrontiert. Oft auch deshalb, weil sie seit den Terroranschlägen vom 11. September fälschlicherweise für extremistische Muslime oder Taliban gehalten werden. Die Geschichte der Sikhs zeigt, dass Sikhs bereits seit dem späteren Mittelalter immer wieder mit Intoleranz zu kämpfen hatten. Dies erklärt auch, warum sich bei ihnen eine heroische Tradition entwickelte. [39]

Die junge Religion konnte sich im 15. Jahrhundert unter weitgehend friedlichen Bedingungen entwickeln. Die nachfolgenden zwei Jahrhunderte wurden jedoch von Diskriminierung durch hinduistisch dominierte lokale Eliten sowie Verfolgung durch muslimische Invasoren geprägt. Nicht nur das eigenständige Selbstverständnis der Sikhs stieß auf Misstrauen. [40] Vor allem die Kritik am Kastensystem, an der Vormachtstellung hinduistischer Priester und Unterdrückung von Frauen sowie an den fanatischen Tendenzen der islamischen Eroberer schürten die Feindseligkeiten gegenüber der Minderheit der Sikhs. [41] In Verteidigungsschlachten, in welchen die späteren Erleuchteten verwickelt waren, starben tausende Sikhs und es gingen bedeutsame Originalmanuskripte verloren. Der fünfte Erleuchtete Gur Arjan und der neunte Gur Teg Bhadar wurden auf Befehl der Mogulherrscher Jahangir und Aurangzeb wegen des Vorwurfs der Ungehorsamkeit und Blasphemie ermordet. Der zehnte Erleuchtete verlor alle vier Söhne im Krieg bzw. durch Folter und starb im Jahr 1708 an den Folgen eines Attentates. [42]

Tradition der Selbstverteidigung

Erst im Zuge der zunehmenden Gewalt gegen Sikhs begannen diese ausgehend von ihrem emanzipierten Selbstverständnis ein Verteidigungsheer aufzubauen. Die getauften Verteidigungskrieger der Reinheit (Khalsa), wie sie später genannt wurden, trugen Schwerter sowie andere Waffen zur Selbstverteidigung und entwickelten eine besonders stabil sitzende Turbanform, die dennoch eine königliche Würde ausstrahlte. Als auf die Köpfe von Sikhs Lösegelder ausgeschrieben wurden, sie fortan im Untergrund leben mussten und dennoch verschleppte junge Frauen aus den Harems lokaler Herrscher befreiten, wurden ihre Schwerter zum Sinnbild für Mut, Gerechtigkeit, Souveränität und Kampf gegen Intoleranz.

Entfremdung von den Weisheiten der Sikhi

Während der Kriegswirren traf die Verfolgung die Sikhs nicht nur zahlenmäßig hart. Auch die Tradierung religiöser Inhalte stockte in der jungen Religion, der ihrem Wesen gemäß Missionierung fremd war. Bereits nach dem Tode des zehnten und letzten Erleuchteten war eine erhebliche Verweltlichung und Entfremdung von den ursprünglichen spirituellen Einsichten zu beobachten. Diese mündete 1799 in einem vermeintlichen Sikh-Reich im Gebiet des Panjab, welches von Ranjit Singh als „König“ angeführt wurde. Dieser vertraute weniger den Einsichten der Erleuchteten als bezahlten Beratern, die ihn wohl später verrieten. Unter ihm wurde auch der schlichte Darbar Sahib in Amritsar, der das erste Originalwerk des (Adi) Guru Granth Sahib in schützender Umgebung beherbergte, zum „Goldenen Tempel“ umgebaut.

Im Jahr 1849 wurde der Panjab durch die britischen Kolonisatoren annektiert. Inzwischen hatten die Sikhs weitgehend die Kontrolle über ihre religiösen Schulstätten verloren. Hinduistische Götterstatuen wurden in die Gurdwara gebracht und verehrt sowie Verse aus dem Guru Granth Sahib gegen Bezahlung in ritualisierter Form rezitiert und weltlich interpretiert. Infolgedessen fehlte es an frommen und religiös gebildeten Sikhs, die die Einsichten des Guru Granth Sahib hätten angemessen verstehen, einordnen und weitergeben können.

Erst gegen 1873 nahmen Sikhs den Versuch auf, sich auf ihre Ursprünge zu besinnen. Allerdings führten komplexe koloniale Interdependenzen zu einem institutionalisierten und einseitigen Tradierungsverständnis, welches zunehmend von festgelegten Curricula und einem fixierten Verhaltenskodex geprägt wurde. Zudem entstanden bis heute einflussreiche Kommentierungen und englische Übersetzungen des Guru Granth Sahib, mit hinduistischen und christlichen Konnotationen. [43] Auch bildeten sich Gruppen, die die enge Beziehung zwischen Schrift und Schüler sowie das Schlichtheitsgebot der Sikhi weiter zugunsten eines Personenkultes und profitorientierten ritualisierten sowie eines dogmatisch abgrenzenden Religionsverständnisses umdeuteten. [44]

Infolge der Teilung Indiens 1947 entwickelten sich unter dem Einfluss machtpolitischer Nationalstaats- und Minderheiteninteressen sowohl in der indischen Zentralregierung als auch unter Sikhs teilweise unversöhnliche Haltungen. In den 1970ern bildeten sich unter Sikhs politisierte Gruppen, die aufgrund von Menschenrechtsverletzungen und verfassungsrechtlichen Unstimmigkeiten einen autonomen Bundesstaat Panjab forderten. [45] Später befürworteten Sikh-Führer und Politiker einen eigenen Sikh-Staat und unterstützten auch den Einsatz von Waffen, um ihre Ziele zu erreichen. Die Separationsbewegung erreichte 1984 mit der Stürmung des Darbar Sahib durch Regierungstruppen sowie landesweiten Pogromen ihren gewalttätigen Höhepunkt, bei der nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch auch viele Unschuldige starben.

Heute haben sich Anhänger der Separationsbewegung, die eine Minderheit darstellen, vor allem in den Führungsriegen westlicher Gurdwara etabliert. Dabei ist auffällig, dass es gerade in den politisierten Religionsstätten immer wieder zu Disputen kommt, oft auch aus finanziellen Gründen. Mitunter enden Konflikte aufgrund mangelnder Toleranz wie im Jahre 2009 in Wien tragisch. [46] Dabei zeigt sich, dass sich unter Sikhs immer dann intolerante und oberflächliche Haltungen entwickeln, wenn sie sich von den überlieferten Weisheiten entfremden. [47] Gewalteskalationen führen nicht nur den Friedens- und Toleranzgedanken der Sikhi ad absurdum, sondern sie entfremden auch die nachkommenden Generationen von ihrer Religion und werfen ein negatives öffentliches Bild auf die ansonsten eher stille Modellminorität, die als tolerant, fleißig und sehr gut integriert gilt.

Fazit

Die Inspiration, die Menschen aus den Weisheiten der Sikhi heute für sich gewinnen können, liegt in einer verantworteten Toleranz. Diese ist geprägt von Tugenden wie Gleichmut, rücksichtsvolles Handeln, Nachsicht gepaart mit einem aktiven Vorgehen gegen Ungerechtigkeiten. Sikhs nehmen demütig die schöpferische Allmacht an. Gleichwohl folgen sie zeitlosen Weisheiten, die Raum für eine universelle Ethik öffnen. Diese stellt Harmonie in den Mittelpunkt und geht gleichzeitig vor gegen intolerante und verantwortungslose Haltungen, die zu menschlichem Leid oder Umweltzerstörung führen. Wenn die Schöpfung selbst die höchste Form der verantwortungsvollen und eben nicht indifferenten Toleranz darstellt, dann liegt es dieser Einsicht nach an den Menschen, es der Quelle aller Tugenden gleich zu tun und die Welt dadurch toleranter, friedlicher und lebenswerter zu gestalten. [48]

Fußnoten 

[1] Alle Inhalte, die auf den Einsichten der Erleuchteten und Weisen beruhen, stammen aus der heutigen Standardausgabe des Guru Granth Sahib (Shiromani Gurudwara Parbandhak Committee Amritsar). Der Zusatz M. 1 verdeutlicht, um welchen Erleuchteten es sich handelt. Bei den Weisen ist der jeweilige Name angefügt.

[2] Unter Asketen, aber auch unter Muslimen gab es die Vorstellung, Musik zeuge von sündhafter Weltlichkeit. Für die Erleuchteten hingegen bot die gesungene Lobpreisung der Schöpfung eine Möglichkeit, Frömmigkeit einen kunstvollen Ausdruck zu verleihen und half zudem, Texte zu memorieren.

[3] GGS: 197, M. 5; GGS: 682, M. 5; GGS: 468, M.1; GGS: 885, M. 5

[4] GGS: 290, M. 5; GGS: 924, M. 5; GGS: 784, M. 5

[5] GGS: 12, M. 5; GGS: 1075, M. 5

[6] Singh, Sher: Philosophy of Sikhism. Amritsar, SGPC 2003 (1944).

[7] GGS: 22, M.1; GGS: 286, M. 5

[8] GGS: 4, M. 1

[9] GGS: 938, M. 1

[10] GGS: 1136, M. 5; GGS: 250, M. 5; GGS: 587, M. 3; GGS: 628, M.5

[11] GGS: 766, M. 1

[12] GGS: 949, M. 3

[13] GGS: 141, M. 1

[14] GGS: 562, M. 5

[15] GGS: 900, M.5

[16] GGS: 446, M. 2; GGS: 469, M. 1

[17] GGS: 560, M. 3; GGS: 344, Kabir; GGS: 230, M. 3; GGS: 385, M. 5

[18] GGS: 6, M. 1; GGS: 264, M. 5

[19] GGS: 514, M.3

[20] GGS: 28, M. 3

[21] GGS: 103, M. 5; GGS: 1, M. 1; GGS: 9, M. 1; GGS: 917, M. 3; GGS: 470, M.1

[22] GGS: 13, M. 1

[23] GGS: 1349, Kabir; GGS: 353, M. 1

[24] GGS: 1, M. 1; GGS: 470: M.1; GGS: 134, M.5; GGS: 474, M.2

[25] GGS: 206, M. 5

[26] Die Allmacht des Göttlichen sowie dessen form-, zeit- und feindlose kreativen Facetten werden verdichtet im Eröffnungsvers des Guru Granth Sahib beschrieben. Die Lebewesen sind demnach in ihrem Handeln begrenzte aber im Denken eher freie Geschöpfe. Sie entscheiden weder über ihre Geburt und Körper noch über die Lebensumstände, in die sie hineingeboren werden. Gleichwohl gestalten sie im Rahmen der Verwobenheit allen Seins das Leben mit (GGS: 1, M. 1; GGS: 472, M.1; GGS: 134, M. 5).

[27] GGS: 441, M. 3; GGS: 727, Kabir

[28] GGS: 349, M.1; GGS: 468, M.1; GGS: 473, M.1; GGS: 590, M.1

[29] GGS: 447, Kabir

[30] GGS: 471, M. 1

[31] Ausgehend vom Guru Granth Sahib bewegen sich Spiritualität und Wissenschaft auf verschiedenen Ebenen. Wissenschaft speist sich demnach aus weltlichen Erkenntnissen, die vom Intellekt verarbeitet werden. Sie können dem weltlichen Rück- oder Fortschritt dienen. Spiritualität widmet sich der existenziellen Innenschau und kann nicht wie Naturwissenschaften oder Sozialverhalten gelehrt werden. Sie kommt aus dem Inneren und Bedarf der Erkenntnis (GGS: 461, M. 1; GGS: 467, M. 1; GGS: 1372, Kabir).

[32] GGS: 4, M.1; GGS: 378, M. 5; GGS: 761, M.5

[33] GGS: 6, M. 1

[34] Dasam Granth: 115

[35] GGS: 264, M. 5

[36] GGS: 722, M.1

[37] Fuchs, Martin: Kampf um Differenz. Repräsentation, Subjektivität und soziale Bewegungen in Indien, Suhrkamp, Frankfurt am Main 1999 (343).

[38] GGS: 534, M.5

[39] Für weitere Ausführungen über die gesellschaftlichen Herausforderungen von Sikhs im deutschsprachigen Raum und in Europa siehe: Nijhawan, Michael: Sie hören uns einfach nicht. Sikhs in Frankreich und Deutschland sehen sich im Abseits des öffentlichen Diskurses um religiöse Symbole, 2004, www.sikhi.eu.

[40] GGS: 918, M. 3

[41] GGS: 473, M. 1

[42] Einen Überblick über die Geschichte der Sikhs findet sich in: Grewal, J. S.: The Sikhs of the Punjab, New Delhi, Cambridge University Press 1999.

[43] Eine ausführliche Diskussion hierzu findet sich in: Mandair, Arvind-Pal Singh: Religion and the Specter of the West: Sikhism, India, Postcoloniality, and the Politics of Translation, Columbia University Press, New York 2009.

[44] Singh, Khushwant. (2011). Von Entfremdung und Orientierung. Religiöse Unterweisung der zweiten Generation der Sikhs in Deutschland. In Helga Nagel & Mechtild M. Jansen (Hrsg.), Religion und Migration. Signale und Veränderung: Rückblick – Ausblick – Perspektiven (S. 54–63). Amt für multikulturelle Angelegenheiten der Stadt Frankfurt am Main & Hessische Landezentrale für politische Bildung.

[45] Bspw. müssen Sikhs, aber auch Buddhisten gemäß dem Hindu Marriage Act von 1955 heiraten. Christen, Muslime, Parsen oder Juden sind davon ausgenommen.

[46] Eine Analyse des tödlichen Vorfalls in der Wiener Sikh und Ravidasi Gemeinde findet sich im folgenden Artikel: Nijhawan, Michael: Kampf um Anerkennung und Differenz, aber kein ‚Kastenkrieg‘, 2009.

[47] GGS: 470, M.1; GGS: 711, M.1

[48] GGS: 1372, Kabir

Der Artikel basiert auf folgender Publikation:
Singh, Khushwant (2013). Toleranz in der Sikh-Religion. In Hamid Reza Yousefi & Harald Seubert (Hrsg.), Toleranz im Weltkontext. Geschichten – Erscheinungsformen – Neuere Entwicklungen (S. 145–152). Springer VS.

Khushwant Singh

arbeitet in der Internationalen Zusammenarbeit. Er hat Ethnologie und Erziehungswissenschaften an der Universität Heidelberg (Magister) sowie Sozialanthropologie am Goldsmiths College der University of London (Master of Research) studiert und jeweils mit Auszeichnung abgeschlossen. Er engagiert sich ehrenamtlich im interreligiösen Dialog und ist Gründungsmitglied und ehemaliger Vorsitzender des Rates der Religionen Frankfurt. Singh kooperiert u.a. mit der Stiftung Weltethos, dem Bundeskongress der Räte der Religionen, dem Abrahamischen Forum (Religionsgespräche), dem Arbeitskreis Religionen und Naturschutz und der Stiftung gegen Rassismus. Ausgehend von Gurmat, zeitlosen Weisheiten, die im Zentrum der Sikhi stehen, widmet sich Singh der Jugendarbeit sowie der generationenübergreifenden Herzensbildung. Er publiziert auf Deutsch und Englisch zu den Themen Ethik, Spiritualität, Verhaltensänderung, Nachhaltigkeit und globalen Herausforderungen der Menschheit. Singh spricht auf Konferenzen, an Universitäten und Schulen und produziert den WisdomTalk Podcast “Leben mit Weisheit Living with Wisdom”.

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